Die Kirche der Heiligen Lucija

Baubeginn 1584, geweiht 1612. Die Erneuerung der während des Ersten Weltkrieges zerstörten Kultstätte nach Entwürfen des Malers, Bildhauers und Architekten Tone Kralj, dauerte mit Unterbrechungen bis zum Jahr 1940. Die monumentalen Altarbilder entstanden in den Jahren 1927-29. Erst ein Jahrzehnt später gelang es dem Künstler und seinen Landsleuten aus Sv. Lucija, das gesteckte Ziel zu erreichen. Unter den Gewölben des malerisch gegliederten Kirchenschiffes haben Szenen aus dem Leidensweg Christi und des Apostelchores ihren Platz gefunden; in dem architektonisch einfachen Presbyterium wird in den Lünetten eine malerische Erzählung über das Martyrium der Kirchenbeschützerin angereiht; die Decke spreizt sich in eine Apotheose von Farbe und Licht – die Verherrlichung der Hl. Lucia.

Der Kralj hat sich vor Beginn des Zweiten Weltkrieges (die Ölgemälde von Sveta Lucija sind während seines Aufenthaltes in Venedig entstanden) zwischen die Vertreter der neurealistischen Richtung eingeschaltet. Motivisch charakteristisch für diese Zeit sind das genrehafte gegenständliche Material, die Intimität, der Farbsymbolismus, die Meisterung der monumentalen Form und die Rückbeziehung auf die Tradition. Die letztere war in der Zeit der künstlerischen Tätigkeit des Kralj im slowenischen Küstenland nicht nur eine ästhetische Auswahl, sondern auch eine moralische und geschichtlich bedingte ethische Haltung.

dr. Igor Kranjc

Tone Kralj: Die Verherrlichung der Hl. Lucia